eventosturnosemergencias

Ordnungsdienst bei Grossveranstaltungen planen

CGuardPro

Der Ordnungsdienst bei einer Großveranstaltung ist die extremste Form dessen, was ein Sicherheitsunternehmen sonst über Monate verteilt tut: In wenigen Stunden muss eine Mannschaft aufgebaut, eingewiesen, positioniert, geführt und wieder aufgelöst werden. Wer die Personalplanung im Veranstaltungsordnungsdienst nicht im Griff hat, verliert den Auftrag nicht am Veranstaltungstag, sondern in der Woche davor.

Die gute Nachricht: Fast alles, was am Tag schiefgeht, ist auf drei vorbereitbare Dinge zurückzuführen. Erstens auf Kräfte, die nicht erscheinen, ohne dass es rechtzeitig auffällt. Zweitens auf eine Einweisung, die zu lang war, um zu haften. Drittens auf eine Kommunikationsstruktur, in der am Abend alle gleichzeitig reden.

Personalplanung im Veranstaltungsordnungsdienst: die Spitze planen

Eine Veranstaltung braucht ihr Personal nicht gleichmäßig. Der Einlass ist eine Spitze, das Ende ist eine Spitze, dazwischen liegt eine lange Phase mit deutlich weniger Bedarf. Wer den Durchschnitt plant, hat in beiden Spitzen zu wenige Leute und in der Mitte zu viele.

Sinnvoll ist deshalb ein gestaffelter Dienstplan mit unterschiedlichen Anfangs- und Endzeiten statt einer einheitlichen Schicht für alle. Das ist mehr Planungsarbeit, spart aber Stunden und verbessert die Besetzung genau dort, wo es zählt.

Der zweite Baustein ist eine benannte Reserve. Nicht “wir finden schon jemanden”, sondern eine feste Zahl an Kräften, die eingeplant, informiert und abrufbar sind. Bei kurzfristigen Aufträgen ist die Ausfallquote am Veranstaltungstag ein Planungsfaktor, kein Ärgernis. Wer damit rechnet, muss am Morgen nicht improvisieren.

Was dafür funktionieren muss, ist die Rückmeldung. Jede eingeteilte Person sollte ihre Schicht sehen und bestätigen, und die Einsatzleitung muss auf einen Blick erkennen, wer noch nicht bestätigt hat. Genau dafür ist der Dienstplan des Sicherheitsdienstes gebaut: Änderungen erreichen die betroffene Person sofort, statt über eine Kette von Telefonaten zu laufen.

Dienstplan mit Schichten, Dienstposten und offenen Besetzungslücken

Viele Kräfte in kurzer Zeit einweisen

Die Einweisung vor einer Großveranstaltung ist der Moment, in dem am meisten Wissen übertragen werden muss und am wenigsten Zeit dafür ist. Zwei Fehler wiederholen sich.

Der erste ist die Vollständigkeitseinweisung: vierzig Minuten Vortrag über alles, von der Hausordnung bis zum Sanitätskonzept. Danach erinnert sich niemand an das, was für den eigenen Posten zählt.

Der zweite ist die Einweisung ohne Ortsbezug. Wer nur im Container gebrieft wurde, sucht später seine Position.

Was besser funktioniert, ist eine zweigeteilte Einweisung. Ein kurzer gemeinsamer Teil mit dem, was für alle gilt: Rollenverständnis, Auftreten, Umgang mit Konflikten, Meldeweg, Notfallablauf, wo die Einsatzleitung sitzt. Danach ein kurzer Teil in der Kleingruppe direkt an der Position, geführt von der zuständigen Führungskraft: Was ist hier zu tun, was sind die typischen Fragen des Publikums, wo ist die nächste Kollegin, wo geht es im Notfall hinaus.

Zusätzlich hilft es, die Anweisung für jeden Dienstposten schriftlich in der App verfügbar zu machen, sodass sie am Posten nachlesbar ist. Eine Dienst-App auf dem Telefon, die Anweisung, Meldung und Anwesenheit an einer Stelle bündelt, spart am Veranstaltungstag mehr Zeit, als sie in der Einführung gekostet hat.

Positionen, Funkgruppen und wer wem meldet

Bei einer großen Veranstaltung ist die Kommunikationsstruktur wichtiger als die Kommunikationstechnik. Wenn alle auf demselben Kanal sind, ist der Kanal spätestens beim ersten Vorfall unbrauchbar.

Bewährt hat sich eine einfache Gliederung: Gruppen nach Bereichen, eine Gruppe für die Führungsebene und ein klar benannter Weg für Meldungen, die alle betreffen. Die einzelne Wachkraft meldet an ihre Bereichsführung, nicht an die Gesamtleitung. Das klingt bürokratisch und ist der einzige Grund, warum die Leitung am Abend noch handlungsfähig ist.

Mit PTT-Sprechfunk über das Diensttelefon lassen sich diese Gruppen kurzfristig aufbauen und nach der Veranstaltung wieder auflösen, ohne Geräte zu verteilen und einzusammeln. Für kurzfristig eingesetzte Kräfte, die kein Funkgerät gewohnt sind, ist die Hürde deutlich niedriger. Wichtig bleibt die Disziplin: kurze Meldungen, Position zuerst, keine Diskussion auf dem Kanal.

Parallel dazu braucht es einen stillen Weg für den echten Notfall. Ein Notrufknopf im Diensttelefon setzt einen Alarm mit letztem bekanntem geografischem Standort ab, ohne dass jemand im Lärm verstanden werden muss. Wer den Alarm annimmt und wer daraufhin losgeht, gehört vorher festgelegt.

Einlass und Räumung

Diese beiden Phasen sind die risikoreichsten und die einzigen, die man vollständig durchsprechen kann.

Beim Einlass entscheidet die Vorbereitung über die Stimmung. Klare Wegeführung, gleiche Regeln an allen Eingängen, freundliche und einheitliche Sprache. Nichts erzeugt so viel Unmut wie ein Gegenstand, der am einen Eingang erlaubt und am anderen verboten ist. Diese Punkte gehören auf eine kurze, für alle identische Liste, die jede Kraft am Posten aufrufen kann.

Für die Räumung gilt eine andere Logik. Sie wird nicht improvisiert, sondern geübt, mindestens im Gespräch. Wer gibt das Signal, was tut die einzelne Kraft in den ersten dreißig Sekunden, welche Wege werden geöffnet, wer bleibt und wer geht mit, wie wird Vollzug gemeldet. Der letzte Punkt wird oft vergessen: Ohne eine Rückmeldung von jeder Position weiß die Leitung nicht, ob geräumt ist.

Nachweise: wer war da, mit welcher Qualifikation

Bei Veranstaltungen fragt der Auftraggeber regelmäßig nach zwei Belegen: dass die vereinbarte Zahl an Kräften tatsächlich anwesend war und dass die eingesetzten Personen die vorgesehene Qualifikation mitbrachten.

Der erste Beleg entsteht von selbst, wenn Dienstbeginn und Dienstende mit Zeitpunkt und geografischem Bezug erfasst werden, statt am nächsten Tag eine Liste zu rekonstruieren. Wie das praktisch aussieht, beschreibt die Zeiterfassung für den Sicherheitsdienst.

Der zweite Beleg ist eine Frage der Stammdatenpflege. Wenn Qualifikationsnachweise und deren Gültigkeit an der Person hinterlegt sind, lässt sich vor der Einteilung erkennen, wer eingesetzt werden darf. Nach der Veranstaltung ist es dafür zu spät.

Vorfallmeldung mit Zeitpunkt, Beschreibung, Fotos und Bearbeitungsstand

Ein Wort zur Rechtslage

Für den Veranstaltungsordnungsdienst gelten neben dem Rahmen des Bewachungsgewerbes je nach Veranstaltung und Ort zusätzliche Anforderungen, etwa aus Versammlungsstättenregelungen, aus behördlichen Auflagen und aus dem Sicherheitskonzept des Veranstalters. Diese Vorgaben ändern sich und werden je nach Bundesland und Kommune unterschiedlich gehandhabt. Klären Sie Qualifikations-, Nachweis- und Dokumentationspflichten für Ihre konkrete Veranstaltung mit der zuständigen Behörde und mit rechtlicher Beratung. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Wie viele Kräfte sollte man als Reserve einplanen?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Sinnvoll ist, die eigene Ausfallerfahrung aus vergleichbaren Aufträgen zugrunde zu legen und die Reserve fest einzuplanen statt sie zu hoffen. Kurzfristig zusammengestellte Mannschaften fallen häufiger aus als eingespielte Stammteams.

Wie lang sollte die Einweisung sein?

Kurz genug, dass sie haftet. Ein knapper gemeinsamer Teil und ein kurzer Teil direkt an der Position bringen mehr als ein langer Vortrag. Was nachlesbar sein muss, gehört schriftlich an den Posten, nicht ins Gedächtnis.

Reicht das Diensttelefon als Funklösung?

Für viele Veranstaltungen ja, sofern die Netzabdeckung vor Ort geprüft wurde und Gruppen sinnvoll gegliedert sind. Bei sehr großen Menschenmengen kann die Netzlast steigen, das gehört vorher getestet und in die Planung eingerechnet.

Was ist der häufigste Fehler am Veranstaltungstag?

Zu späte Reaktion auf fehlende Kräfte. Wenn eine Nichterscheinung erst bei Dienstbeginn auffällt, ist keine Zeit mehr für eine Vertretung. Bestätigte Schichten und ein früher Blick auf die offenen Positionen lösen den größten Teil dieses Problems.


Wenn Sie Einteilung, Einweisung, Anwesenheit und Meldungen Ihrer Veranstaltungsaufträge in einem System führen möchten, sehen Sie sich an, wie CGuardPro das für Sicherheitsunternehmen abbildet.

Den ganzen Dienst an einem Ort führen

Dienstpläne, Anwesenheit, Streifen, Wachbuch und Kunden auf einer Plattform — mit der App für die Wache vor Ort und dem Kundenportal auf der anderen Seite.

  • Anwesenheit mit Selfie und GPS
  • QR-Streifen und digitales Wachbuch
  • Kundenportal inklusive

Weiterlesen