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Leistung mit Daten bewerten statt nach Bauchgefühl

CGuardPro

Fragen Sie einen Einsatzleiter, wer seine besten Wachkräfte sind, und Sie bekommen sofort drei Namen. Fragen Sie, warum, und Sie bekommen Anekdoten: der, der damals in der Silvesternacht eingesprungen ist; die, über die sich noch nie jemand beschwert hat. Das sind keine schlechten Antworten — aber es sind Erinnerungen, und Erinnerungen sind unfair. Als Grundlage für eine Mitarbeiterbeurteilung im Sicherheitsdienst taugen sie trotzdem nicht: Sie bevorzugen die Sichtbaren, die Lauten und die, die zufällig am selben Objekt arbeiten wie der Einsatzleiter.

Eine belastbare Beurteilung braucht deshalb einen Unterbau aus Fakten, die im Tagesgeschäft ohnehin entstehen: Dienstantritte, Rundgänge, Einträge im Wachbuch, Rückmeldungen des Auftraggebers. Nicht, um Menschen auf Zahlen zu reduzieren, sondern damit das Gespräch über Leistung überhaupt auf demselben Sachverhalt stattfindet.

Was sich im Wachdienst überhaupt sinnvoll messen lässt

Nicht alles, was zählbar ist, zählt. Vier Bereiche haben sich als tragfähig erwiesen, weil sie mit dem tatsächlichen Auftrag zu tun haben und weil die Wachkraft sie beeinflussen kann.

Pünktlicher Dienstantritt

Der zuverlässigste und zugleich am wenigsten strittige Punkt. Wer regelmäßig auf die Minute übernimmt, entlastet den Kollegen, der die Ablösung wartet, und den Einsatzleiter, der sonst telefonieren muss. Wichtig ist die Interpretation: Ein einzelner verspäteter Dienstantritt ist ein Ereignis, ein Muster über Monate ist eine Aussage. Und wer an einem schwer erreichbaren Objekt ohne Anbindung eingesetzt ist, wird anders gelesen als jemand mit fünf Minuten Fußweg. Sauber erfasst wird das über die Zeiterfassung im Sicherheitsdienst, die den Dienstantritt am Objekt festhält statt am Bürotresen.

Vollständigkeit der Rundgänge

Wenn die Prüfpunkte am Einsatzobjekt hinterlegt sind, zeigt die Auswertung nicht nur, ob die Runde gegangen wurde, sondern auch wie: immer dieselbe Reihenfolge zur selben Minute oder mit der Variation, die einen Rundgang unvorhersehbar macht. Auch hier gilt Vorsicht bei der Deutung. Ein fehlender Punkt kann ein Versäumnis sein — oder eine abgeschlossene Tür, ein defekter Aufzug, ein Bereich, in dem der Auftraggeber gerade Handwerker hat. Genau das gehört dann als Eintrag ins Wachbuch, und wer das tut, hat richtig gehandelt, auch wenn die Runde unvollständig aussieht.

Qualität der Einträge

Der am meisten unterschätzte Punkt. Zwei Wachkräfte können denselben Dienst leisten und völlig unterschiedliche Spuren hinterlassen. Der eine schreibt “Rundgang o.B.”; der andere notiert, dass die Notausgangstür im Untergeschoss zum dritten Mal in dieser Woche verkeilt war, und wen er informiert hat. Der zweite Eintrag ist der, aus dem später ein Angebot für zusätzliche Leistung, eine Beweisführung oder eine Reklamation beim Auftraggeber entsteht. Wer beurteilen will, sollte Einträge lesen, nicht zählen.

Auswertung der Vorkommnisse mit Zeit, Objekt und Beschreibung Die Qualität eines Eintrags erkennt man nicht an der Länge, sondern daran, ob jemand danach handeln kann.

Rückmeldungen des Auftraggebers

Lob und Beschwerden landen im Sicherheitsunternehmen meist mündlich und verschwinden wieder. Wer sie kurz notiert — Datum, Objekt, betroffene Kraft, Sachverhalt —, hat nach einem halben Jahr ein Bild, das keine Erinnerung liefern kann. Wichtig ist Symmetrie: Wenn nur Beschwerden dokumentiert werden, entsteht eine systematisch negative Akte.

Kennzahlen, die im Wachdienst mehr schaden als nützen

Ein paar Messgrößen klingen gut und erzeugen falsches Verhalten:

  • Zahl der gemeldeten Vorkommnisse. Wer daraus eine Bestenliste macht, bekommt entweder erfundene Kleinmeldungen oder — schlimmer — Wachkräfte, die im Zweifel nichts melden, um nicht als Problemfall zu gelten.
  • Zurückgelegte Kilometer oder Schritte. Bewachung ist keine Laufleistung. Ein aufmerksamer Posten am richtigen Ort kann wertvoller sein als eine schnelle Runde.
  • Reine Anwesenheitsstunden. Sie messen den Dienstplan, nicht die Person.
  • Reaktionszeit auf Alarme ohne Kontext. Die Wegstrecke im Objekt, die Tageszeit und die Art des Alarms bestimmen sie stärker als der Wille der Wachkraft.

Die Faustregel: Eine Kennzahl taugt nur, wenn die Wachkraft sie durch besseres Arbeiten verbessern kann und wenn ihre Verbesserung tatsächlich dem Auftrag dient.

Mitarbeiterbeurteilung im Sicherheitsdienst ist ein Gespräch, kein Aushang

Der häufigste Fehler ist nicht die falsche Kennzahl, sondern die falsche Verwendung. Ein Ranking im Pausenraum erzeugt im Wachdienst keinen Ehrgeiz, sondern Misstrauen — besonders in einer Branche, in der viele Kolleginnen und Kollegen ohnehin das Gefühl haben, überwacht statt geführt zu werden.

Ein tragfähiges Vorgehen sieht anders aus:

  1. Der Einsatzleiter sieht sich die Zahlen vorher an, allein, und bildet sich eine Frage — keine Meinung. “Warum fehlt an diesem Objekt donnerstags regelmäßig der letzte Prüfpunkt?” ist eine Frage. “Du drückst dich vor der letzten Runde” ist ein Urteil.
  2. Das Gespräch findet unter vier Augen statt und beginnt mit der Sicht der Wachkraft. Sehr oft löst sich die Auffälligkeit in den ersten zwei Minuten auf, weil es einen objektbedingten Grund gibt, den im Büro niemand kennt.
  3. Die Zahlen liegen auf dem Tisch, aber sie führen nicht. Sie sind der Anlass, nicht das Argument.
  4. Am Ende steht etwas Konkretes: eine geänderte Anweisung, eine zusätzliche Unterweisung, ein Wechsel des Objekts, eine Zusage in beide Richtungen. Ein Gespräch ohne Ergebnis wird beim nächsten Mal nicht mehr ernst genommen.
  5. Gutes wird benannt. Wer nur bei Auffälligkeiten angerufen wird, lernt, dass Kontakt mit der Leitung nie etwas Gutes bedeutet.

Panelübersicht mit laufenden Diensten und aktuellen Meldungen Der Wert der Übersicht liegt nicht in der Kontrolle, sondern darin, dass Auffälligkeiten früh genug für ein Gespräch sichtbar werden.

Warum die Datenlage auch die Führung bewertet

Ein Nebeneffekt, den viele Sicherheitsunternehmen unterschätzen: Sobald man Leistung strukturiert ansieht, fällt auf, dass sich Auffälligkeiten häufig nicht auf Personen, sondern auf Objekte verteilen. Ein Einsatzobjekt, an dem jede zweite Kraft dieselbe Runde unvollständig lässt, hat kein Personalproblem, sondern eine unrealistische Anweisung. Ein Objekt mit dauernder Verspätung beim Dienstantritt hat vielleicht einen Übergabepunkt, der nicht funktioniert.

Diese Erkenntnis ist mehr wert als jede Einzelbeurteilung. Sie verschiebt die Frage von “Wer macht es falsch?” zu “Was ist hier unmöglich zu erfüllen?” — und beantwortet nebenbei, welche Zusagen im Angebot an den Auftraggeber realistisch waren. Wenn Vorkommnisse und Nachweise ohnehin sauber dokumentiert sind, lässt sich ein Teil davon dem Auftraggeber über ein Kundenportal direkt zeigen, ohne dass jemand Berichte von Hand zusammenstellt.

Rechtliche und betriebliche Grenzen

Die Bewertung von Beschäftigten anhand automatisch erfasster Daten berührt Datenschutz, Mitbestimmung und arbeitsrechtliche Fragen. Was zulässig ist, in welchem Umfang ausgewertet werden darf, welche Beteiligung erforderlich ist und wie lange Daten aufbewahrt werden dürfen, hängt vom Einzelfall ab, unterscheidet sich je nach betrieblicher Situation und Bundesland und ändert sich über die Zeit.

Klären Sie das Vorgehen deshalb vorab mit der zuständigen Stelle im Unternehmen, gegebenenfalls mit der Arbeitnehmervertretung, mit einer datenschutzkundigen Person und mit Rechtsberatung. Dieser Beitrag beschreibt betriebliche Praxis und ist ausdrücklich keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Wie oft sollte eine Mitarbeiterbeurteilung stattfinden? Ein fester, angekündigter Turnus schlägt spontane Gespräche nach Vorfällen, weil er nicht als Strafe erlebt wird. Zwischen den Terminen gilt: Auffälligkeiten werden zeitnah angesprochen, nicht gesammelt und ein halbes Jahr später vorgehalten.

Sollen Kennzahlen mit Prämien verknüpft werden? Vorsicht. Sobald eine Zahl Geld bedeutet, wird die Zahl optimiert und nicht die Arbeit. Wenn überhaupt, dann mit mehreren Größen gleichzeitig, mit einem Anteil, der auf Beobachtung des Einsatzleiters beruht, und nie mit der Zahl gemeldeter Vorkommnisse.

Was tun, wenn eine Wachkraft die Auswertung als Überwachung empfindet? Ernst nehmen und erklären, welche Daten erfasst werden, wozu sie verwendet werden und wer sie sieht. Ein Großteil des Widerstands entsteht aus Unklarheit darüber, nicht aus der Erfassung selbst. Transparenz vorab ist wirksamer als jede nachträgliche Rechtfertigung.

Reichen die Zahlen als Grundlage für arbeitsrechtliche Schritte? Das ist keine betriebliche, sondern eine rechtliche Frage und im Einzelfall mit Rechtsberatung zu klären. Betrieblich gilt: Daten sind der Anlass für Nachfrage und Dokumentation, nicht der Ersatz für ein Gespräch.


Wenn Sie sehen möchten, wie sich Dienstantritte, Rundgänge und Meldungen ohne zusätzlichen Aufwand zu einem fairen Bild zusammenfügen, werfen Sie einen Blick auf CGuardPro.

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